Hier ein kleiner geschichtlicher Überblick...

...über das Entstehen und Wirken der Obstbauvereine im Dammbachtal.

Im Ausgang des 19. Jahrhunderts etwa um 1870 bis 1900 bemühte sich das Königliche Bezirksamt Aschaffenburg um die Anpflanzung und Förderung des Obstbaumes im Spessart , So findet sich im Archiv der Gemeinde Krausenbach ein Schreiben des Bezirksamtes vom Februar 1895 über den Besuch des Kreisgärtners Schmitt in der Gemeinde Krausenbach mit Begutachtung der im Jahr 1870 angepflanzten Obstbaumzucht im Schulgarten zu Krausenbach. Diese Obstbaumanpflanzung musste von den Knaben der Werktagsschule gepflegt werden. Die Anpflanzung wurde von der Regierung damals gefördert und regelmäßig vom Bezirksamt und Landwirtschaftsamt kontrolliert. Hier wurde bereits ein Grundstein für unsere heute noch erhaltenen Streuobstwiesen gelegt.

1906 wurde ein Bezirksobstbauverein gegründet. Alle Gemeinden des Amtsbezirkes wurden aufgefordert dem Verein als Mitglied beizutreten. Die Gemeinde Krausenbach hat dies im März 1906 abgelehnt. Der Bezirksobstbauverein hatte damals einen Bezirksobstbaumwart eingestellt. Ab 1911 wurden von diesem Bezirksobstbauverein Obstverwertungskurse in den Gemeinden abgehalten. Die Gemeinde musste hierfür einen geeigneten Raum mit einem Herd, etwas Holz und Kohlen und eine Schultafel zur Verfügung stellen und für das Abholen der vom Bezirksobstbauverein zu stellenden Geräte Sorge tragen. Bei einem dieser Vorträge sollte gezielt das Einmachen von Kirschen und Beerenfrüchten behandelt werden.

Auf Veranlassung von Pfarrer Wilhelm Marschall wurden vom Bezirksamt Aschaffenburg geförderte Obstbaumwärter in den Gemeinden eingestellt, der wiederum dem Bezirksobstbaumwart unterstellt war.
Der Obstbaumwärter hatte die Aufgabe in den Gemeinden den Obstanbau zu fördern, die Baumpflege zu überwachen und zur bestmöglichen Verwertung des Obstes anzuregen. Diese Stelle wurde in Krausenbach im Jahre 1921 von Valtin Krott übernommen. Unterschrieben hat den Dienstvertrag zwischen der Gemeinde Krausenbach und Valtin Krott am 15.03.1921 Bürgermeister Fäth.

1925 wurde von Josef Brand (1. Vorstand) Heinrich Bauer, Gottlieb Bauer, Engelbert Brand, Margarete Brand, Josef Englert, Willi Englert , Wilhelm Oberle, Karl Schäfer, Engelbert Stauder, Josef Stauder, Albert Stürmer und Josef Stürmer ein Obst- und Gartenbauverein in Krausenbach gegründet .

Etwas später am 16.02.1925 gründeten 16 Männer und Frauen in Wintersbach ebenfalls einen Obstbaumverein . Die Vorstandschaft bestand aus Cornel Volz, Anton Amrhein, Anton Volz, Josef Fries und Anton Amrhein.

In den Kriegsjahren waren keine Vereinstätigkeiten zu verzeichnen.

Auf Anordnung des Staatsministeriums für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten fand dann in der Zeit vom 19. bis 24. August 1946 eine Obstbaumzählungen in allen Gemeinden statt. Diese ergab für Wintersbach 3072 ertragsfähige Apfelbäume und für Krausenbach 2125 Apfelbäume.

Zur damaligen Zeit hatte das Landratsamt Aschaffenburg bereits einen Kreisgartenfachberater beschäftigt. Dieser hat die einzelnen Vereine bei der Anpflanzung von Obstbäumen und des allgemeinen Pflanzenanbaues beraten.

Damals wurde besonders vor dem „Coloradokäfer“ gewarnt. Hier findet sich im Archiv ein Plakat mit der Bekämpfung des „Kartoffelkäfers“.

Die Vereine in Wintersbach und Krausenbach waren in der Folge sehr aktiv in ihrer Vereinstätigkeit. Unter dem Vorsitz von Gottfried Schreck in den 60iger Jahren wurden vom Wintersbacher Verein Erkundungsfahrten in die nähere Umgebung durchgeführt, um sich über die Arbeit anderer Gemeinden an der schöneren Ortsgestaltung zu informieren. Der Verein hielt im Jahr 1961 ein Fest unter dem Motto „Blumenfest im Dammbachtal“ ab.

Auch der Krausenbacher Verein war zu dieser Zeit sehr aktiv.

Interessant ist hier aus den Protokollbüchern herauszulesen, dass die Vereine überwiegend männliche Mitglieder hatten und die Frauen bei den Fahrten nur teilnehmen konnten, wenn der Platz im Bus noch ausreicht. Die Männer zahlten z.B. bei einer Busfahrt 3,-- DM, der Fahrtpreis für die Frau 6,- DM.

Durch das Zusammenwachsen der beiden Gemeinden Wintersbach und Krausenbach wurde auch die Idee geboren, die beiden Obst- und Gartenbauvereine zusammenzulegen.

Am 11.01.1990 wurde die Fusion der beiden ehemaligen Gartenbauvereine Wintersbach und Krausenbach durch Neugründung eines gemeinsamen Vereines mit dem Namen „Obst- und Gartenbauverein Dammbach e.V.“ besiegelt.

Der Verein zählt derzeit 170 Mitglieder.

Der Obst- und Gartenbauverein bemüht sich auch heute um eine schönere Ortsgestaltung, was wohl bei den langen Straßendörfern schwierig ist. Zuletzt wurde unter Mithilfe tatkräftiger Mitglieder ein neuer Kastanienbaum an der Kirche St. Wendelin in Krausenbach gepflanzt. Zur Zeit bemüht sich der Verein durch verschiedene Aktivitäten mit Kindern auch den Nachwuchs im Verein zu fördern und junge Leute für den Obstanbau und den Gartenbau zu interessieren. Ein Beispiel ist hier der Schulgarten an der Grundschule Dammbach.

Vorstandschaft im Laufe der letzten 80 Jahre:

Krausenbach & Wintersbach

Zeit / 1. Vorstand / 2. Vorstand
1925 - 1936 (1944) Cornel Volz, Anton Amrhein
1947 - 1971 Josef Brand, Konrad Ruppert
1953 - 1955 Edmund Amrhein, Heinrich Elter
1963 - 1971 Josef Brand, Wilhelm Almritter
1960 - 1975 Gottfried Schreck, Josef Buller
1971 - 1984 Johann Oberle
1975 - 1979 (1989) Erwin Brößler, Viktor Franz
1984 - 1989 Thomas Günther, Johann Oberle

Seit dem Zusammenschluss der beiden Vereine zum Obst- und Gartenbauverein Dammbach steht Thomas Günther als 1. Vorsitzender dem Verein vor. 2. Vorstand ist derzeit Harald Hofmann, auch seit dem Zusammenschluss ist Werner Spielmann Kassier. Schriftführer ist Eberhard Büttgenbach.



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